Nur noch Höchststände?

Gestern kletterte der DAX im Tagesverlauf auf neue Rekordhöhen von bis zu 15.685 Punkten. Auch viele andere Leitindizes und selbst die Inflationsraten zeichnen sich in jüngster Vergangenheit durch immer neue vorläufige Höchststände aus. Letztere allerdings eher zum Verdruss von Investoren und Notenbankern gleichermaßen. Laut Schätzung des Statistischen Bundesamts stiegen die Verbraucherpreise in Deutschland im Mai um 2,5 Prozent, das ist der fünfte Anstieg pro Monat in Folge. Das von der EZB tolerierte Inflationsziel liegt bei 2 Prozent. Für die zweite Jahreshälfte wird sogar ein weiterer Anstieg auf 3 bis 4 Prozent für möglich gehalten.

Auch wenn viele Experten das Anspringen der Inflation für ein vorübergehendes Phänomen halten, bleibt die Gefahr, dass die Teuerungsrate sich auf einem deutlich höheren Niveau bewegen könnte als in den Jahren zuvor. Irgendwann dürfen die Notenbanken diese Entwicklung nicht mehr ignorieren, wollen sie die Glaubwürdigkeit ihrer Geldpolitik nicht vollends aufs Spiel setzen. 2,5 Prozent Inflation bei minus 0,25 Prozent Umlaufrendite ergibt aktuell einen negativen Realzins von 2,75 Prozent. Das macht auf Dauer kein Anleger mit!

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Newsletter vom 02. Juni 2021

Ihr Martin Braun, Börse Hannover

Die Luft wird dünner

Nachdem DAX, Dow und Nasdaq neue Höchststände markiert haben ist es aktuell etwas ruhiger geworden. Der DAX konnte zwar gestern Morgen noch ein neues Verlaufshoch bei 15.538 Punkten erreichen, gab dann aber deutlich nach und schloss bei 15.386 Punkten sogar leicht im Minus. Die beiden US-Indizes Dow Jones und Nasdaq Comp. folgten diesem Trend und schlossen ebenfalls im Minus. Als Gründe wurden u. a. Gewinnmitnahmen genannt, aber auch die anhaltende Angst vor einem Anspringen der Inflation dürfte eine Rolle gespielt haben. In Deutschland und Europa schaut man zudem auf den schwächeren US-Dollar, belastet er doch zunehmend exportorientierte Unternehmen. Auf der anderen Seite schafft er etwas Entlastung bei den bereits stark gestiegenen Rohstoffpreisen und wirkt für uns damit sogar etwas inflationshemmend. Für mehr Ruhe am Aktienmarkt könnten auch das Ende der Berichtssaison und das nahende Pfingstwochenende sorgen. Durchwachsen und eher kühl sind die Wetteraussichten, da fällt es umso leichter, einen kühlen Kopf zu bewahren. In diesem Sinnen wünsche ich Ihnen frohe Pfingsttage und bleiben Sie informiert!

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Newsletter vom 19. Mai 2021

Ihr Martin Braun, Börse Hannover